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Dr. Thomas Held zu Gast bei KKL Impuls

Thomas Held ist in Luzern ein bekanntes Gesicht: Der Schweizer Soziologe war bei der Realisation des KKL Luzern eine entscheidende Figur. Am Donnerstag war der 70-jährige Manager und Publizist in der Gesprächsreihe «KKL Impuls» bei Marco Meier zu Gast.

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Dr. Thomas Held zu Gast bei KKL Impuls
Dr. Thomas Held im Gespräch mit Marco Meier.

«Der Markt bestimmt, wohin man sich bewegen muss»


«Die Ideen der Abschottung sind ökonomisch falsch. Denn die Marktkräfte der Welt erzwingen, in welche Richtung man sich bewegen muss», erklärte Held im Gespräch. Die sogenannte Industrie 4.0 erfordere ganz neue Spezialisierungen, welche sich jeder Arbeiter aneignen müsse, um zu bestehen. «Man baut heute keine Autobahn mehr mit einer Hundertschaft von Arbeitern, sondern die Produkte werden heute oft durch eine Software erstellt oder verbreitet», sagt Held.

Neue Businessmodelle erforderlich
Das Versprechen, welches der neu gewählte US-Präsident Donald Trump der Bevölkerung im Wahlkampf gemacht hatte - nämlich die amerikanische Industrie wieder aufzubauen - stellte Held in Frage. «Durch die weltweite Digitalisierung muss jede Firma seine Businessmodelle komplett überdenken», so Held, «die Blockchain-Technologie zum Beispiel macht die Banken als Zahlungsverarbeiter vielleicht bald überflüssig. Das heisst aber nicht, dass es die Banken nicht mehr braucht. Sie werden einfach neue Geschäftsfelder erschliessen.»

Für die Schweiz als Innovationsstandort ist Thomas Held zuversichtlich: «Die Unternehmen haben fortlaufend innoviert und automatisiert», konstatiert Held, «viele KMU sind heute viel internationaler ausgerichtet als früher und funktionieren wir kleine Konzerne.» Dadurch sei der Schweiz der konjunkturelle Wandel relativ gut geglückt. In anderen Ländern sei dies weniger der Fall, was nun die sogenannten Globalisierungs-Verlierer hervorbringe.

Applikationen, die süchtig machen
Im Gespräch mit Marco Meier zeigte sich der langjährige Direktor des Think Thanks «Avenir Suisse» als sehr präziser Beobachter der nationalen und internationalen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Zwei aktuelle Entwicklungen bereiten Thomas Held Sorge: «Die Algorithmen der Social-Media-Plattformen führen dazu, dass man gewisse Bewegungen gar nicht mehr kontrollieren kann. Die Mechanismen dieser Plattformen befeuern nur die Währung der Aufmerksamkeit, um damit Klicks und schliesslich Werbegeld zu generieren. Damit gelten plötzlich neue Regeln: ‚Crazyness‘ wird belohnt.» Ebenfalls befürchtet Held, dass uns die Applikationen süchtig machen und damit eine «schlechte Gewohnheit» herangezüchtet wird, die unsere Psychologie verändert: «Man wird zum Objekt des Computers und kann sich davon nicht mehr lösen.»

Nächstes Gespräch mit Elisabeth Bronfen

Als nächster Gesprächsgast ist Elisabeth Bronfen am 26. Januar 2017 bei KKL Impuls zu Gast. Bronfen ist Professorin für englische und amerikanische Literatur an der Universität Zürich. Die Amerikanistin setzte sich in ihren Büchern mit der filmischen Aufarbeitung der US-Kriegsgeschichte sowie mit Kriegsreporterinnen im zweiten Weltkrieg auseinander.

Die Medienmitteilung als PDF herunterladen. 

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