
Augustin Hadelich | Seong-Jin Cho
- Datum
- Mo, 24. Aug. 2026 | 19:30
- Veranstalter
- Lucerne Festival


Davon träumt jede Sängerin und jeder Sänger: so schön und herzergreifend zu singen, dass selbst die wilden Tiere friedlich schnurren, die Furien versonnen summen und die Steine zu weinen beginnen. Genau diese Kunst beherrschte Orpheus, der sagenhafte Held, der mit seinem Gesang alle zu betören verstand — sogar die Dämonen in der Unterwelt. Kein Wunder, dass seine Geschichte zu einem der beliebtesten Opernstoffe aufstieg: Schon das älteste erhaltene Musikdrama aus dem Jahr 1600 gründet auf diesem antiken Mythos. Die berühmteste Orpheus-Oper aber schuf Christoph Willibald Gluck, und da er die Titelrolle für einen Kastraten schrieb, also für eine hohe Stimmlage, wurde sie alsbald auch von Frauen übernommen. Die grosse Cecilia Bartoli liebt diese Partie: «Orfeo versetzt uns mit seiner magischen Stimme in eine andere Welt. Er feiert die Liebe, steigt sogar in die Hölle hinab, um seine geliebte Euridice wiederzufinden. Bei dieser Musik kann man Gott berühren — mit den Ohren und der Seele.» Nicht mit Koloraturen wird Bartoli dabei brillieren, sondern mit himmlischen Kantilenen und zarter Nuancierungskunst. Und wir schweben auf Wolke sieben.

Der weltberühmte Konzertsaal besticht durch seine einzigartige Akustik. Vom New Yorker Russell Johnson konzipiert, ist unter anderem das optimale Raumverhältnis 1:1:2 für den perfekten Klang verantwortlich. Auch die rund 24’000 quadratischen Gips-Reliefs mit einer Kantenlänge von 20cm sind ein akustisches Element. Im architektonisch atemberaubenden Saal werden Konzertveranstaltungen zu ganz besonderen Erlebnissen.

