

Johannes Brahms (1833-1897) fand nach frühen Erfolgen als Pianist und Komponist in Wien seine künstlerische Heimat. In seinem Schaffen vereinen sich klassische Formklarheit und romantische Ausdruckskraft zu einer unverwechselbaren Tonsprache.
«Ein deutsches Requiem» ist kein traditionelles Requiem im kirchlichen Sinne, sondern ein tiefgründiges, menschlich empfundenes Musikstück. Komponiert zwischen 1865 und 1868, wählte Brahms selbst Texte aus der Lutherbibel – keine lateinischen Messtexte also, sondern deutsche Verse, die von Trost, Hoffnung und der Vergänglichkeit des Lebens handeln.
Das Werk ist für grosses Orchester, Chor und zwei Soli geschrieben. Es besteht aus sieben Sätzen, die eine emotionale Reise von Trauer zu Trost und schliesslich zu innerem Frieden darstellen. Besonders innig wirkt der fünfte Satz «Ihr habt nun Traurigkeit», dessen Sopran-Solo wie eine tröstende Stimme aus einer anderen Sphäre erscheint. Demgegenüber entfalten Sätze wie «Denn alles Fleisch, es ist wie Gras» oder «Herr, du bist würdig» monumentale Klangräume von beeindruckender Wucht und Grösse.
«Ein deutsches Requiem» ist kein Requiem für die Toten, sondern für die Lebenden. Es ist ein Werk, das Trost spendet, die Schönheit des Lebens bejaht und den Zuhörenden in Zeiten der Trauer Halt gibt. Die Musik ist geprägt von Brahms‘ meisterhafter Handhabung von Harmonien und Melodien, die direkt ins Herz trifft.
Mit diesem Konzert verabschiedet sich Philipp Klahm nach 9 Jahren musikalischer Leitung.

Der weltberühmte Konzertsaal besticht durch seine einzigartige Akustik. Vom New Yorker Russell Johnson konzipiert, ist unter anderem das optimale Raumverhältnis 1:1:2 für den perfekten Klang verantwortlich. Auch die rund 24’000 quadratischen Gips-Reliefs mit einer Kantenlänge von 20cm sind ein akustisches Element. Im architektonisch atemberaubenden Saal werden Konzertveranstaltungen zu ganz besonderen Erlebnissen.

