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«Robotik betrifft alle Lebensbereiche»

Gestern sprach Prof. Dr. Sabine Köszegi, die erste Vorsitzende des österreichischen Rats für Robotik im KKL Luzern. Die Professorin für Arbeitswissenschaft und Organisation war bei Moderator Marco Meier in der Gesprächsreihe «KKL Impuls» zu Gast.

«Robotik betrifft alle Lebensbereiche»

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Prof. Dr. Sabine Köszegi und Gastgeber Marco Meier im Auditorium des KKL Luzern. Bild: Gabor Fekete

«Robotik betrifft alle Lebensbereiche»

Gestern sprach Prof. Dr. Sabine Köszegi, die erste Vorsitzende des österreichischen Rats für Robotik im KKL Luzern. Die Professorin für Arbeitswissenschaft und Organisation war bei Moderator Marco Meier in der Gesprächsreihe «KKL Impuls» zu Gast.

«Roboter werden fundamental in unser soziales Gefüge eingreifen», erklärte Köszegi. «Deshalb müssen wir uns bereits jetzt überlegen, welche Konsequenzen dies haben wird. » Wenn zum Beispiel ein Kind mit einem Roboter-Hund oder eine elektronischen Spielzeug-Nanny aufwachse, werde es menschliche Emotionen wie Frust aufgrund von Widerstand kaum mehr erleben. «Einen Roboter kann man ein und ausschalten, wie man will.»

Chancen und Gefahren
Die Roboter-Technologie könne aber nicht per se als gut oder böse klassiert werden. «Zum Beispiel in der Medizin und Pflege gibt es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, die von den Menschen als unterstützend wahrgenommen werden», sagte Köszegi. Hingegen gäbe schon heute Programme, die selber wiederum neue Programme schreiben, welche die menschlichen Fähigkeiten bei weitem übertreffen. «Die Chancen und Gefahren der Robotik sind keine Fiktion mehr, sondern Realität».

Robotik betrifft alle Disziplinen
Entscheidend sei darum, wie man mit der Robotik umgehe. Um diese herausfordernden Aspekte zu klären, hat das österreichische Infrastruktur-Ministerium seit diesem Oktober einen Roboter-Rat eingesetzt, welcher der Regierung als Sparring-Partner zur Verfügung steht. Die Roboter-Technologie seit deshalb so revolutionär, weil sie alle Lebensbereiche betreffe, so Köszegi. «Wir arbeiten in diesem Rat mit Spezialisten aus der Psychologie, Soziologie, Linguistik, Ethnologie und Technik».

«Der gläserne Mensch»
Die Revolution 4.0 sei ein neues Zeitalter: «Wir können mit der neuen Technologie grosse Potentiale erheben, müssen aber darauf achten, keinen gravierenden Schaden zu verursachen», erklärte Köszegi im KKL. Denn Technologie-Unternehmen wie Google oder Facebook hätten grosse wirtschaftliche Interessen daran, «uns zu gläsernen Menschen zu machen und die Mechanismen für sich zu nutzen. » Daher sei der österreichische Roboter-Rat bestrebt, in der Schnittstelle zwischen Mensch, Arbeit und Technologie massgebliche Handlungsoptionen für die Regierung zu entwickeln – sowohl im regulierenden wie auch im innovativen Sinne.

Medienmitteilung: KKL Impuls mit Sabine Köszegi 15. Dezember 2017.pdf


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