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«Architektur ist letztlich für einen anderen»

Der weltweit renommierte Architekt Jacques Herzog war gestern bei der Gesprächsreihe «KKL Impuls» zu Gast.

«Architektur ist letztlich für einen anderen»

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Marco Meier (links) im Gespräch mit Jacques Herzog. Bild: Gabor Fekete

«Architektur ist letztlich für einen anderen»

Der weltweit renommierte Architekt Jacques Herzog war gestern bei der Gesprächsreihe «KKL Impuls» zu Gast. Mit Moderator Marco Meier schaute der Basler auf die wichtigsten Phasen der 40-jährigen Geschichte von «Herzog & de Meuron» zurück.

«Wir wollten immer etwas Anderes machen als die anderen. Etwas, das stimmiger ist als das Bisherige. Und uns dabei nicht von Stimmungen oder Geschmäckern leiten lassen», beschrieb Herzog ihren Antrieb in der Anfangszeit. Sie seien schon damals «messerscharf analytisch» vorgegangen.

Von der Werkstatt zum Unternehmen

Heute sei dieser Anspruch Teil ihrer Firmenkultur in einem Unternehmen mit mittlerweile 450 Mitarbeitenden und Niederlassungen auf der ganzen Welt. «Es ist vergleichbar mit einem Arzt bei einem ‘MRI’. Man muss blitzschnell und präzise auffassen und darlegen können, wo etwas stimmig ist und wo nicht. Und dies auf eine kreative Art und Weise spiegeln können», erklärte Herzog ihre Arbeitsweise. Nur dann sei man glaubwürdig gegenüber seinen Mitarbeitenden, Städtebauern und Investoren. «Voll Fakten, voll rein», spitzte Herzog es zu. «Du musst jederzeit alles auf den Tisch legen und darüber sprechen können». Auch betonte Herzog die Wichtigkeit von Kreativität innerhalb seiner Firma: «Wir sind mittlerweile nicht nur in den Projekten kreativ, sondern auch in den internen Prozessen», so Herzog. «Wir nutzen die neuste Technologie und erlangen damit neue Möglichkeiten. Zudem finden wir es reizvoll, uns in angrenzenden Genres wie der Mode oder der Kunst zu bewegen. »

Wie wird Architektur zur Identität?

Der 68-jährige Basler betonte mehrmals die grossen Verdienste seines Partners Pierre de Meuron, welcher eine der «most committed»-Personen sei, die er kenne. So viel wie möglich seien sie gemeinsam bei den Projektteams. «Architektur ist als Beruf etwas vom Ganzheitlichsten, das man machen kann. Man muss sich für vieles interessieren und verantworten». Mit wachsendem Renommee würde Herzog & de Meuron an immer relevantere Orte einer Stadt geholt, um zu bauen. Damit wachse auch die Verantwortung. «Wichtig ist uns, dass durch Architektur eine Identität entsteht. Wie schaffst du es, dass die Leute ein Bauwerk als Teil ihrer Stadt wahrnehmen? » Dies sei eine der wichtigsten Fragen, welche die Architekten in ihrer Arbeit beantworten möchten. Auf diese Frage müsse man an jedem Ort eine neue Antwort finden und diese auch begründen können. «Als Architekt ist man irgendwie für das Ganze verantwortlich. Natürlich muss es für einen selbst stimmen, aber letztlich ist Architektur für einen anderen. »

Nächste Veranstaltung mit Jonas Lüscher

Die nächste Veranstaltung von «KKL Impuls» findet am 8. Juni 2018 im KKL Luzern statt. Der Schweizer Buchpreisgewinner Jonas Lüscher ist dann bei Moderatorin Nicola Steiner zu Gast. Jonas Lüscher verhandelt in seinem neuen Roman «Kraft» die Frage, was das Private mit dem Politischen zu tun hat. Tickets sind unter kkl-luzern.ch erhältlich.

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